Auf gegenüberliegenden Seiten der Mauer: Wie das kriegszerstörte Berlin wieder aufgebaut wurde

Von Verschiedene Seiten der Mauer: Wie das kriegszerstörte Berlin wieder aufgebaut wurde ></p>
<p>Nach dem 8. Mai 1945 verwandelte sich Berlin durch Luftangriffe und Kämpfe auf den Straßen der Stadt in eine Ruine. Sogar Touristen kamen dorthin, um die unglaubliche Zerstörung zu sehen.<br /> In Berlin gibt es Berge von Müll und Schutt. Die Stadt wurde von Frauen gereinigt und restauriert, weil alle Männer, die in der Stadt zurückblieben, entweder Kinder oder alte Männer waren. Die Trümmer wurden mit bloßen Händen zerlegt – sie wurden zu einer Kette und reichten die Steine ​​von Hand zu Hand.</p>
<p>Der Stadthistoriker Manfred Ulitz erzählte TSN davon.</p>
<p>Der Forscher sagt, dass Berlin, wie es 1943 war, ganz anders ist als zehn Jahre später. Damals dachten sie nicht viel über das Konzept der Wiederherstellung der Stadt nach, es war notwendig, Wohngebäude in einem Tempo zu stempeln. Die Menschen konnten nirgendwo wohnen. Erst später wurde die Restauration zur Ideologie, nachdem die Sowjetunion den von der DDR kontrollierten Teil der Stadt über Nacht abgeriegelt hatte.</p>
<p>„Als 1961 die Mauer fiel, begannen sich West-Berliner Sorgen darüber zu machen, wie lange sie in der Stadt bleiben könnten, wo sie ihre Ersparnisse aufbewahren könnten. Es bestand die Befürchtung, dass die Sowjetunion versuchen würde, West-Berlin wegzunehmen und die ganze Stadt zu kontrollieren. Und in dieser turbulenten Zeit taucht ein Investor auf und baut hier ein unglaubliches Einkaufszentrum mit Kinos, Kabaretts, vielleicht sieht es nach heutigen Maßstäben bescheiden aus, aber dann war es grandios!“ – sagte Manfred Ulitz.</p>
<p>Währenddessen zerstörten sie in Ost-Berlin weiter die Überreste dessen, was nach dem Krieg übrig geblieben war.</p>
<p>„In der DDR gab es ein Gesetz, dass Gebäude, die zu weniger als 40 Prozent beschädigt wurden, wieder aufgebaut werden müssen. Aber sie mochten dort keine Kirchen und Paläste. Deshalb wurde das Berliner Schloss in der Luft abgerissen und erhielt ein großes Areal für sozialistische Aufmärsche und Demonstrationen“, erklärt der Historiker.</p>
<p>Auch in West-Berlin gab es Versuche, marode Sehenswürdigkeiten loszuwerden, aber man rechnete dennoch mit dem Willen der Bürger.Ein baufälliger Turm der Kaiser-Wilhelm-Kirche wurde gerade auf Drängen der Bürger erhalten und zu einem Mahnmal gemacht.</p>
<p>„Die Kaiser-Wilhelm-Kirche ist zu einer Erinnerung an Westberlin und zu einer Art Antikriegsdenkmal geworden. Die Behörden wollten sie abreißen und neu bauen, aber sie erhielten 47.000 wütende Briefe von Bürgern und so blieb die Kirche erhalten“, sagt Ulitz.</p>
<p>Doch die empörten Bürger der sozialistischen DDR wurden von den Sowjets gestoppt Panzer. Der Aufstand wurde von den Arbeitern entschieden, die tatsächlich gezwungen wurden, umsonst zu arbeiten. Im Juni 1953 verwandelte sich der Protest in groß angelegte Unruhen.</p>
<p>„Nicht nur in Ost-Berlin, sondern auch in vielen Städten der sowjetischen Besatzungszeit gab es Aufstände. Die Berliner Behörden forderten die Russen auf, das zu regeln, sie fuhren Panzer ein und feuerten in die Menge. Allein in Berlin starben 14 Menschen“, sagt der Historiker.</p>
<p>Auch das Zentrum Ostberlins – Alexanderplatz und Fernsehturm – wurden mit Blick auf Moskau wieder aufgebaut.</p>
<p>„Wann 1969 wurde der Fernsehturm eröffnet, er war der zweithöchste der Welt. Die höchste war in Moskau. Höher als in Moskau konnte man natürlich nicht bauen“, sagte Ulitz.</p>
<p>Eine Ausnahme bildete das Berliner Rathaus – man sieht noch heute, wie dieses Gebäude buchstäblich Stein für Stein sorgfältig restauriert wurde.</p>
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<p>Und solche Gebäude, die aus den gesammelten Ziegeln und Blöcken entstanden sind, gibt es in der deutschen Hauptstadt viele. Aus den eingestürzten Häusern wurde fast vollständig ein sozialistischer Prachtboulevard zusammengebaut – die Stalingasse, später umbenannt in Karl-Marx-Gasse. Und auch nach dem Mauerfall wurden die Ziegel aus den Berliner Nachkriegsruinen restauriert – nur zur Erinnerung.</p>
<p>„Der Architekt kaufte diesen alten Ziegel und restaurierte die zerstörten Fragmente des Museums mit es. Um das Ausmaß der Zerstörung des Gebäudes noch sichtbar zu machen. Das ist jetzt die Geschichte des Krieges. Hier sind all diese Spuren, die der Straßenkampf um Berlin hinterlassen hat. Sie ließen sich leicht vertuschen, blieben aber als Andenken zurück“, erklärt der Historiker.</p>
<p>Das Beispiel des Potsdamer Platzes kann laut Manfred Ulitz auch in der Ukraine funktionieren. Nach dem Fall Berlins Mauer, sie wurde nicht auf Kosten der Stadt, sondern von privaten Unternehmen und Unternehmern wieder aufgebaut.</p>
<p>77 Jahre nach dem Krieg und 33 Jahre nach dem Fall der Mauer baut Berlin weiter, ganz neu Stadt entsteht mit zahlreichen Hinweisen auf den großen Krieg und die Trennung zwischen den beiden Ideologien.</p>
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